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Kindersprüche

Kinder sind …

… unsere wirklichen Lehrer,

Lerne wieder ihnen zuzuhören:

sie erzählen dir von der Schönheit

und der Sorglosigkeit,

die du nur im gegenwärtigen Augenblick.

wiederfindest.

 

Bei Kindern braucht man …

1 Gläschen voll Weisheit,

1 Fass voll Klugheit,

und ein Meer von

Geduld.



Kinder

Sind so kleine Hände,
winzge Finger dran,
darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten
könn` sie sonst nicht gehen.

Sind so kleine Ohren
scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen
werden davon taub.

Sind so schöne Münder
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen,
die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden
könn`sie nichts verstehn.

Sind so kleine Seelen
offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen
gehen kaputt dabei.

Ist son kleines Rückrat
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen
weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen,
wär`n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückrat
hab`n wir schon zuviel.

Bettina Wegner

Bettina Wegner: Kinder. © Anar-Musikverlag, Berlin.
Aus: Bettina Wegner, „Wenn meine Lieder nicht mehr stimme

Zehn Gebote für den Umgang mit Kindern

  1. Du sollst Kinder achten wie dich selbst.
  2. Du sollst einem Kind nicht vorenthalten, was dir wichtig ist: nützliche Arbeit, Verantwortung, Verfügung über ein Eigentum, über die Einteilung der Zeit, über die Wahl der Freunde.
  3. Du sollst ein Kind nichts lehren, woran dir selbst nichts liegt; du sollst es nicht langweilen.
  4. Du sollst nichts für ein Kind tun, ohne es zu fragen; auch wenn es weder deine Fürsorge noch deine Frage versteht – es ist gut, wenn du diese Gewohnheit hast.
  5. Du sollst nicht wegsehen, es soll dir nicht gleichgültig sein, wenn ein Kind etwas Falsches tut, Unwahrheiten, Torheiten und Grausamkeiten begeht.
  6. Du sollst eines Kindes Liebe und Vertrauen nicht zurückweisen – so wenig wie seine Trauer, seine Angst, seine Neugier, seine Fantasie.
  7. Du sollst ein Kind nicht anders „machen“ wollen, als es ist – aber du sollst ihm helfen, anders zu werden, wenn es das will. Du sollst vor allem nicht machen, dass es will.
  8. Du sollst, wie du einen Zehnten für die Kirche gibst in dieser Welt einen zweiten Zehnten für die Kinder geben – die fernen, wie die nahen, die dies brauchen.
  9. Du sollst an der Welt arbeiten, so dass du sie ohne Scham den Kindern übergeben kannst.
  10. Du sollst nicht Kinder haben, wenn du dir nicht vorzustellen vermagst, dass sie ein würdiges Leben in ihrer Zeit führen können.

Hartmut von Hentig

  • Kinder sind Kinder und keine kleinen Erwachsenen – vergesse das nie !